Jagdliche Kennenlerntage des BCD e.V. in der Eifel

Mein Ausflug in die Eifel!

Am 05. und 06.07.2025 veranstaltete der BCD die jagdlichen Kennenlerntage in Simmerath in der schönen Eifel. Für mich als Beagle, der schon die ersten Jagderfahrungen gesammelt hat, war sofort klar – da will ich hin! Zumal auch meine Menschen schon öfter über das Thema Jagdschein gesprochen haben.

Freitags ging es dann in aller Früh um 4 Uhr los. Sieben Stunden langweilige Autofahrt standen bevor. Ich habe das Ganze zur mentalen Vorbereitung genutzt und einfach weitergeschlafen. Mit zwei Schnuffelpausen sind wir, zum Glück ohne Stau, am frühen Nachmittag in unserer Ferienwohnung angekommen.

Ich wollte sofort los die Gegend erkunden, doch meine Leinenträger meinten sie müssten jetzt auch erst noch eine Pause einlegen (wie langweilig). Gefühlt 10 Jahre später sind wir dann doch endlich raus. Was soll ich euch sagen. So viele neue Gerüche. Ich konnte gar nicht genug bekommen. Unsere Wohnung lag nur einen Steinwurf vom Rursee entfernt. Wir also erst mal am Ufer entlang. Wirklich eine schöne und abwechslungsreiche Gegend.

Am frühen Abend sind wir dann zurück in unsere FeWo. In der Nacht haben wir alle sehr gut geschlafen.

Ich war schon etwas aufgeregt (Was erwartet mich heute? Kommt da jemand, den ich kenne?).

Treffpunkt war das Clubheim der MF Höckerline in Kesternich, einem ca. 1500 Einwohner zählendem Dorf zwischen dem Rursee und Simmerath. Es waren auch schon ein paar Beagle da. Da hieß erst mal gegenseitig beschnuffeln und die Rangordnung festlegen 😊

Nachdem der organisatorische Kram erledigt, der erste Kaffee getrunken war und sich alle vorgestellt hatten, ging es endlich los. Zuerst hat Columbine etwas über die Jagd im Allgemeinen und die Aufgaben des Jägers im Speziellen erzählt. Für uns Vierbeiner war das nicht so spannend. Wir lagen die meiste Zeit faul unter den Tischen. Die Zweibeiner haben aber alle sehr interessiert zugehört und einige Zwischenfragen gestellt. Danach hat Uwe erläutert, was uns so alles erwartet. Es fielen Begriffe wie Hasenschleppe, Stöbern, Stangenwald, Schussruhe und Schweißfährte. Auch die verschiedenen Prüfungen und die PO des BCD wurden vorgestellt.

Nach einer kurzen Mittagspause mit einem kleinen Spaziergang ging es dann endlich ins Revier. Ich konnte meiner Nase kaum trauen, roch ich da Hasen? Da stand doch tatsächlich eine Kiste, die wunderbar nach Kaninchen duftete.

Für jeden Vierbeiner wurde eine Schleppe gelegt. Eigentlich ganz einfach. Der Hase wird an einer kurzen Leine durchs Gelände gezogen. Die Spürnase muss dann einfach der Schleppe folgen, den Hasen finden, anzeigen und zum Führer bringen.

Endlich kam mein Kaninchen. Voll konzentriert habe ich mich an die Arbeit gemacht.

Nachdem alle Hasen gefunden wurden, ging es weiter zum Stangenwald. Hier mussten wir an einer kurzen Führleine an der Seite des Führers ohne Kommandos zwischen den Bäumen hindurch laufen. Ich sage euch, das ist gar nicht so einfach. Überall diese großartigen Düfte…

Das war aber noch nicht alles. Nachdem alle erfolgreich durch den Stangenwald gelaufen waren mussten wir uns neben unseren Führer setzen. Nach einiger Zeit wurde es dann plötzlich laut im Wald. Die Treiber sind mit mächtig viel Radau durchs Unterholz gezogen. Aber einen Beagle bei der Arbeit kann so etwas nicht beeindrucken. Auch die beiden Schüsse haben uns nicht gestört. Wir haben nur dagesessen und uns das Treiben angeschaut.

Zum Abschluss gab es dann noch fliegende Dummys. Die wurden mit dem Gewehr abgeschossen und wir mussten sie zurückbringen.

Der erste Tag war ganz schön anstrengend. Beim gemeinsamen Abendessen mit Blick auf den Stausee lagen wir einfach unter den Tischen und haben von Hasen geträumt.

Der nächste Morgen startete mit einer kurzen Einweisung zum Thema Schweißfährten. Für die, die es interessiert: es gibt getretene, gespritzte und getupfte Fährten.

Dann hieß es ab ins Auto und auf den Einsatz warten. Vorteil ist, man wird nicht nass, denn inzwischen hatte es angefangen zu regnen.

Nach ewigen Stunden war auch ich dran. Kaum hatte ich die Signal- und Schweißhalsung um, war ich voll bei der Sache. Wir sind in Richtung Anschuss gegangen, den ich gleich gründlich untersucht habe.

Sofort habe ich habe die Fährte aufgenommen und gearbeitet. Einmal wollte ich eine Abkürzung nehmen, habe aber kurze Zeit später gemerkt, dass ich abgekommen bin. Also 30 m auf der schon gearbeiteten Fährte zurück und nochmal ohne die Abkürzung versuchen. Das wars. Jetzt war ich wieder auf dem richtigen Weg. Doch was war das? Hier roch ich auf einmal nach anderem Schweiß. Scheinbar war ein verletztes Reh im Wald unterwegs gewesen. Egal, ich hatte eine andere Aufgabe zu erledigen. Nach ein paar Metern lagen dann tatsächlich Rotwildschalen am Waldrand. Weil ich der Letzte war, durfte ich zur Belohnung kurz daran knabbern. Das war lecker! Leider wollten dann alle schnellstens zurück zur Grillhütte ins Trockene und ich musste die Schalen wieder abgeben.

Dort angekommen gab es für jedes Gespann einen Bruch. Uwe hat uns außerdem noch erläutert, wie wir uns geschlagen haben.

Auf dem Weg nach Hause habe ich die ganze Zeit geschlafen und von Hasen und Rehen geträumt.

Das waren zwei großartige Tage mit etlichen neuen Informationen und ganz viel Spaß.

Vielen Dank für die super Organisation an das Jagd Team vom BCD.

Euer Otis